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FKN_Lab für Kunst und Nachhaltigkeit

Das FKN_LAB für Kunst und Nachhaltigkeit beschäftigt sich mit der Frage, wie wir unsere künstlerische Produktion nachhaltiger gestalten können. Wir untersuchen gemeinsam, wie wir uns mit der uns umgebenden Landschaft verbinden und wie wir das, was uns die Natur an Werkstoffen zur Verfügung stellt, für unsere künstlerische Arbeit nutzbar machen können.

 

Wir arbeiten ausschließlich mit Materialien aus der unmittelbaren Umgebung der FKN und Nürtingens und entwickeln Papiere, Farben, Künstlermaterialien, die dann zum Malen, Zeichnen, Drucken oder Färben verwendet werden können.

 

Der Kurs ist nach den Prinzipen der Circular Arts gestaltet, was bedeutet, dass wir, wenn wir Materialien aus der Natur nehmen, diese auch wieder an die Natur zurückgeben oder unsere Projekte so denken, dass die Endprodukte auch wieder Ausgangsstoffe für neue künstlerische Arbeiten sein können.

In Kooperation mit dem Gemeinschaftsgarten "Bunte Beete" entstehen auch lebende Materialien wie z.B. ein Färberpflanzenbeet oder ein Komposthaufen, die wir bewirtschaften und mit denen wir aktiv arbeiten.

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LUFT//WURZELN

Gustav Mesmer war ein Mensch, dessen Genialität zeitlebens nicht vollumfänglich erkannt wurde. Ein Mensch mit einer Biografie, die man als gebrochen bezeichnen kann. Doch war Mesmer kein gebrochener Mensch. Das zumindest lesen wir aus seiner Lebensbeschreibung und aus Gesprächen mit Menschen, die ihn kannten.

 

Im Gegenteil! Er war sich seiner selbst bewusst und ist sich treu geblieben, bis zum Schluss.

 

Widerständig, herausfordernd, inspirierend.

Die Studierenden haben Gustav Mesmer ein Andenken gestaltet, in dem sie das für sie Wesentliche aus seiner Biografie extrahiert haben - zum einen den Wunsch sesshaft zu werden und Wurzeln zu schlagen, sowie gleichzeitig zu fliegen. Das Symbol für diese Gleichzeitigkeit war die Löwenzahn-Pflanze.

Im Rahmen von zwei Semestern entstand so ein Projekt, das die Sammlung von Löwenzahnwurzeln für ein Wurzel-Kaffee-Ritual sowie die Einrichtung eines Ortes für dieses Ritual beinhaltete.

Zum Rundgang der FKN wurde dann eine Übergabe-Performance gestaltet, die zum Ziel hatte, Menschen zusammenzubringen und sich in dieser Gemeinschaft für einen Moment als Menschen, als Personen zu sehen und zu erkennen.

Zu diesem Projekt ist ein Katalog entstanden, der per Mail angefordert werden kann.

Pilzpapier und Beerentinte

Studierende des FKN-LAB haben ein Projekt gestartet, das sich damit beschäftigt, wie wir uns mit der umgebenden Landschaft verbinden können und unsere Werkstoffe aus der Natur selbst herstellen und nachhaltiger gestalten können.

Das Projekt begann mit dem Sammeln von Baum-pilzen um Pilzpapier herzustellen, sowie geeigneter Pflanzen für die Herstellung von Farbpigmenten und Tinten.

So wurden getrocknete Rebenzweige wurden im Feuer verkohlt um das Pigment „Rebenschwarz“ her-zustellen, aus den Weintrauben entstand ein Farbkonzentrat und in einem dreitägigen Seminar wurde Pilzpapier geschöpft und aus Ligusterbeeren, Walnussschalen, Schwarznüssen und Hagebutten Pigmente hergestellt, sowie verschiedene Tinten z.B. Eichelhuttinte.

Parallel dazu gab es unter Anleitung von Monika Schaber Experimente mit verschiedenen Rezepturen zur Herstellung der Druckfarbe (für den Hochdruck) aus natürlichen Stoffen. Nachdem alle Materialien hergestellt waren, folgte das Bedrucken und Bemalen des Pilz-Büttenpapiers.

Parallel dazu wurden immer wieder Diskussionen darüber geführt, wo die Grenzen zwischen einem Leben als Künstler:in und einer radikalen Nachhaltig-keit verlaufen, denn alle Werke, sowie die übrig gebliebenen Materialien aus der Kunstproduktion wurden im Anschluss, so die Bedingung von Anfang an, in einem Kompost zu Humus kompostiert, der dem Folgeprojekt als Grundlage dient.

 

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dipl.-ing. karl michael lange

hochschullehrer, künstler, designer, food activist

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